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Heimatmuseum für Vysoké nad Jizerou und Umgebung

Das Museumsgebäude, früher der Sitz des Bezirksgerichtes

Die ständigen Expositionen des Museums zeigen reiche Sammlungen aus der Geschichte von Vysoké nad Jizerou/Hochstadt an der Iser und dessen Umgebung, einschließlich des hiesigen Kulturlebens, das hier vor allem das Laientheater mit der ältesten Tradition in Böhmen darstellt. Die Sammlungen bringen die mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte der Burgen Nístějka und Navarov näher, einschließlich der mittelalterlichen Glasindustrie, stellen die neuzeitliche Geschichte des Nordteiles der Herrschaft Semily und des Gerichtsbezirkes Vysoké vor, zeigen die landwirtschaftliche und handwerkliche Produktion, Möbel und Bekleidung des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, Jahresbräuche und Anfänge der Herstellung und des Gebrauchs der Ski in der Region Vysoké ab dem 19. Jahrhundert. Die Dachbodengalerie stellt die Werke der Künstler aus der Region sowie der Künstler, die diese inspirierte, vor.

Hausschuhnähmaschine für das Sohlensteppen

Die Heimarbeit als einen Neben- und oft auch als einen Hauptberuf der hiesigen Bevölkerung repräsentieren das Hacken (Sprengen) und Auffädeln von Glasperlen, die sich hier infolge der Konjunktur der Gablonzer Glasbijouterie in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts verbreitete. Weiter entwickelte sich die erstellung von Rübezahl-Figuren, die seit der Touristikentwicklung im 19.Jahrhundert im Riesengebirgs-Vorland als Souvenirs verkauft wurden.

Skier und Schlittschuhe, die in der Gegend Vysoké
hergestellt und benutzt wurden

Vor allem war es aber die Hausschuhproduktion, ein Zweig des Schusterhandwerkes, die sich in Vysoké n. J. in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts durchsetzte. Die „Potschen“ aus Vysoké, flach oder hoch, waren in der ganzen Umgebung insbesondere durch ihre Zweckdienlichkeit und ihren günstigen Preis berühmt. Für die Herstellung wurden verschiedene Altmaterialien genutzt, wie z.B. abgetragene Bekleidung, insbesondere Tuch- und Flanellstoffe, Filze, alte Teppiche etc. Die Sohlen wurden aus mehreren Schichten eines dickeren Stoffes geschnitten und zusammengeklebt und auch die Oberteile wurden aus mehreren Stoffschichten zusammengenäht – die Schuhe waren also warm und relativ wasserdicht. Die Hausschuhproduktion überdauerte bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Werkstätten der Handwerker in der beweglichen Weihnachtskrippe von Jan Metelka Kovárenský aus Sklenařice, 1878 – 1900

Die traditionelle Textilproduktion dokumentieren ein manueller Webstuhl und ein „Jacquardwebstuhl,“ – ein Webstuhltyp, der ab Mitte des 19. Jahrhunderts für komplizierte eingewebte Stoffe eingeführt wurde. Auf dem ausgestellten Modellwebstuhl wurden die Weberinnen der Fa Herzfeld & Fischel in Hradsko geschult, um später den weltberühmten, meistens für kirchliche Gewänder bestimmten Brokat weben zu können.

Das Stadtwappen mit den Berufssymbolen der hiesigen Einwohner, kolorierte Holzschnitzerei von Fr.Hanuš für die Böhmisch-slawische ethnographische Ausstellung in Prag im Jahre 1895

Die Weihnachtskrippenproduktion in der Region Vysoké repräsentiert hier die bewegliche Weihnachtskrippe von Jan Metelka aus Sklenařice aus den Jahren 1878 bis 1900, das Schreinerhandwerk dann die bemalten Möbel, die in Vysoké und der Umgebung im  18. und 19. Jahrhundert hergestellt wurden und Skier aus der spezialisierten Werkstatt von Antonín Bartoň-Vater und Sohn, wobei beide nicht nur Schreiner, sondern auch selbst Skiwettkämpfer waren.